Die Wende zum 20. Jahrhundert bedeutete für das Heidener Schützenwesen einen großen Aufschwung: Das Jahr 1902 brachte ein allgemeines Schützenfest unter Beteiligung der Leblicher und Nordicker Schützen mit zwei Festzelten, einer Regimentskapelle aus Wesel, einem endlos scheinenden Schützenzug und berittenen Offizieren, darunter Anton Wittenberg als Major sowie "Türk" Meirick und Johann Stroick als Adjutanten. In guter Erinnerung geblieben ist auch das 300jährige Jubelfest im Jahre 1913, in dem Anton Ross den Vogel abschoss und durch seine Spendierfreudigkeit die Herzen aller Schützen gewann.
Bei diesen allgemeinen Schützenfesten waren jeweils die "Alten", d. h. die Verheirateten, und die "Jungen", die Junggesellen also, vereint. Letztere feierten möglichst in jedem Jahr ihr Fest, während die "Alten" sich mit größeren Abständen begnügten. Das Fest von 1913 sollte übrigens das letzte vor dem Großen Krieg bleiben. Bereits 1919 veranstalteten die Junggesellen wieder ihr Fest, doch dauerte es noch weitere sechs Jahre bis zum nächsten allgemeinen Schützenfest. Dieses jedoch war auch wohl der konkrete Anlass für die offizielle Gründung des Allgemeinen Bürgerschützenvereins "St. Georgius", der am 18.09.1925 ins Vereinsregister eingetragen wurde. Auch die Leblicher und Nordicker Schützen gaben sich wenig später eigene Statuen. Damit endete sozusagen die "ungeregelte" Zeit des Schützenvereins in Heiden. Das seither lückenlos überlieferte Vereinsarchiv erlaubt es nunmehr, eine Vereinsgeschichte im engeren Sinne zu schreiben.
Der Kriegsverein Heiden, im äußeren Auftreten vom Schützenverein nur
durch die Kopfbedeckung unterschieden, in den zwanziger Jahren.


Die Fahnenträger des Kriegsvereins (nach 1933)

Schützenfeste der Frühen zwanziger Jahre


Bilder aus den 20er Jahren:


Quelle: Tradition und Gemeinschaft, 375 Jahre Schützenwesen in Heiden
Allgemeiner Bürgerschützenverein "St. Georgius" e.V. Heiden/Westfalen 1988