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St. Georgius

Heiden

 

Präs. Böckenberg

Am 11. Dezember 1952 verstarb der amtierende Präsident des Vereins Johann Wiesmann. In der Generalversammlung am Ostermontag 1953 wurde dann einstimmig Heinrich Böckenberg, der langjährige Vereinskassierer und engste Mitarbeiter des Verstorbenen, zum neuen Präsidenten gewählt.

In den folgenden Jahren wurden mehrfach die Veränderung des Schützenvereins in eine Schützenbruderschaft und die Mitgliedschaft im katholischen Dachverband diskutiert. Mit diesem Thema befasste sich auch die Generalversammlung am Ostermontag, 19.4. 1954. In einer geheimen Abstimmung wurde mit 102 zu 19 Stimmen die Beibehaltung des damaligen Vereins beschlossen.


Präsident Heinrich Böckenberg


Bei der Gefallenenehrung im Jahre 1956


Vorstand und Festausschuss in den 50er Jahren. Im Hintergrund
Teile des Anwesens Schulten


Der Vorstand bei Beratungen mit dem König im Jahre 1953


Majestäten des Jahres 1953 vor der Parade


An der Vogelstange im Jahre 1954


König Franz Böckenberg und Königin Theresia Roß beim Vorbeimarsch im Jahre 1955

Damit war das Thema aber noch nicht vom Tisch: Von 44 Vereinsmitgliedern wurde am 15.5. 1956 dem damaligen Präsidenten Heinrich Böckenberg ein entsprechender Antrag überreicht, mit dem erneut versucht werden sollte, den Verein in eine Bruderschaft mit dem Namen "St. Georgius-Schützenbruderschaft" zu ändern. In der Pfingstversammlung vom 21.5. 1956 wurde über diesen Antrag beraten und abgestimmt. Die Bedeutung dieses Antrages geht auch aus der starken Beteiligung von 243 Mitgliedern hervor. Aus diesem Grunde musste die Abstimmung in den Saal Dunckhöfner verlegt werden. Mit einer knappen 2/3-Mehrheit wurde der Antrag auf Überführung des Allgemeinen Bürgerschützenvereins in eine katholische Schützenbruderschaft abgelehnt.

Ein erfreuliches Ereignis kennzeichnet das Jahr 1956: Johann Knüwer war seit Kriegsende in russischer Gefangenschaft gewesen und kehrte nach Heiden zurück. Das gesamte Schützenbataillon marschierte ihm auf der Velener Straße entgegen, um ihn mit der Begrüßung durch den Präsidenten Heinrich Böckenberg wieder in die Heimat aufzunehmen. In den Folgejahren war Johann Knüwer ein sehr aktives Vereinsmitglied. Mehrere Jahre lang war er Fahnenoffizier und wurde später Adjutant des Obersts.


Gebrüder Knüwer als Fahnenoffiziere


Johann Knüwer als Adjudant des Obersts

Im Frühjahr des Jahres 1956 hält der Vorstand es für notwendig, die Vergabe des Festzeltes öffentlich vorzunehmen. In der Borkener Zeitung wird eine entsprechende Anzeige aufgegeben.

Als sich kein Heidener Wirt zur Übernahme der Restauration bereit erklärt, erhält Schützenbruder Ernst Heiming aufgrund seines Angebotes den Zuschlag. Später bittet er den Vorstand um Entbindung von seinen Verpflichtungen und schlägt vor, den Vertrag an Gastwirt Hermann Ebbing übergeben zu können. Der Vorstand erklärt sich nach der Vereinbarung einiger zusätzlicher Bedingungen hiermit einverstanden.

Wohl aufgrund des nicht allzu überragenden Erfolges beschloss der Vorstand in seiner Sitzung vom 22.4. 1957, keine öffentliche Ausschreibung mehr vorzunehmen, sondern jedem Heidener Wirt eine Offerte zukommen zu lassen. In diesem Zusammenhang wurde für die Abgabe des Angebotes ein Termin festgelegt. Zu diesem Termin hatte lediglich ein Heidener Wirt sein Angebot abgegeben. Damit konnte der Zuschlag erneut an den Gastwirt Hermann Ebbing erfolgen.

Im Jahre 1956 wurde wohl aufgrund behördlicher Vorschriften der erste Kugelfang an der Vogelstange im Elschatt errichtet. Wie aus einem Protokoll des Jahres 1957 zu erkennen ist, stellte zur damaligen Zeit die Unterhaltung dieses Kugelfangs eine untragbare finanzielle Belastung dar. Überlegungen zur Änderung der zu verschießenden Munition lassen vermuten, dass bei Benutzung von Schrot oder Brennecke kein Kugelfang mehr erforderlich war und der vorhandene Kugelfang als Brennholz veräußert werden konnte.

Zur damaligen Zeit war das Aufholen von Holz für das Osterfeuer eine wesentliche Aufgabe der Junggesellen im Schützenverein. Die Beteiligung daran ließ offensichtlich zu wünschen übrig. Daher sah sich der Vorstand in der Generalversammlung vom 18.8. 1957 veranlasst, jeden Jungschützen bis zum 23. Lebensjahr für diese Aufgabe zu verpflichten und im Falle der Abwesenheit einen zusätzlichen Beitrag von 3,- DM zu erheben.

Auf der gleichen Generalversammlung wurde beschlossen, für die Vereinsfahnen einen Fahnenschrank anzuschaffen. Schreinermeister Johann Ebber erhielt den Auftrag und fertigte einen qualitativ so guten Schrank, dass er bis zum heutigen Tage im Vereinslokal seine Dienste tut.

Vermutlich wegen der geäußerten Absicht eines Schützenkönigs, den Königsschuss im Folgejahr zu wiederholen, beschloss die Generalversammlung am 28.5. 1958, dass ein König, der die Königswürde bereits einmal errungen hat, in den ersten zehn Jahren nach dem erfolgten Königsschuss jährlich nur einen Schuss auf den neuen Vogel abgeben darf.


Die Majestäten des Jahres 1956, Ludger Oenning und Elli Becker winken dem Schützenvolk zu


Walter Wehling nach dem Königsschuss im Jahre 1957


Königin Agnes Brun ehrt die Sieger des Sternschießens


Im Jahre 1958 verstärkt der amtierende König die Musikkapelle


Pastor Kuhlmann lässt mit Humor einen Offizier "strammstehen"


Beim Abholen der Geistlichkeiten am Pastorat


Gestandene Schützen beim Präsentieren


Eindrücke aus den 50er Jahren (1)


Eindrücke aus den 50er Jahren (2)


Eindrücke aus den 50er Jahren (3)


Eindrücke aus den 50er Jahren (4)


Eindrücke aus den 50er Jahren (5)


Gut gelaunte Schützen Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre (1)


Gut gelaunte Schützen Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre (2)


Gut gelaunte Schützen Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre (3)


Gut gelaunte Schützen Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre (4)

Quelle: Tradition und Gemeinschaft, 375 Jahre Schützenwesen in Heiden
Allgemeiner Bürgerschützenverein "St. Georgius" e.V. Heiden/Westfalen 1988

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