Borkener Zeitung, 11. August 2003

Oberst Felix Roring erteilte im Beisein der Schützenmajestäten die
Kommandos zum Großen Zapfenstreich. Foto: uli
Heiden (mr). "Nie war die individuelle Freiheit größer als heute", hob
Werner Holdschlag am Samstagabend bei der traditionellen Kranzniederlegung
am Ehrenmal hervor. In seiner Rede sinnierte der Präsident der
St.-Georgius-Schützen über die Bedeutung des Friedens, den Wert der
Freiheit und wie sich Erinnerungen und Wahrnehmungen über Jahrzehnte
hinweg verändern.
Letzteres liege in der Natur der Menschen, so Holdschlag, der sich
wünscht, "dass vor allem die aus Irrtümern und Fehlern gewonnenen
Erfahrungen" mit in künftige Entscheidungen einbezogen werden - "sei es in
der Bundespolitik oder hier in unserer Gemeinde".
Fast 60 Jahre liege der Zweite Weltkrieg nun zurück. In dieser Zeit habe
man hier im Land in Frieden und vor allem Freiheit mit den Nachbarstaaten
gelebt. "Doch ist uns der Wert dieser Freiheit auch bewusst?" fragte
Holdschlag und verwies auf die Vielfalt der Lebensformen und eine
"vielgestaltige Gesellschaft". "Wenn es uns gelingt, in dieser Vielfalt
auch die Gemeinsamkeiten zu erkennen und sie zu stärken, dann - und nur
dann - wird das tolerante nebeneinander zu einem Miteinander aus dem wir
auch in Zukunft bestehen können", ist sich Holdschlag sicher. Und er fügte
hinzu: "Frei können wir nur gemeinsam sein." Außerdem brauche Freiheit
"Verstand und Fantasie" sowie "das Wissen um Tradition, um Werte und
Ideale". Sie seien "Voraussetzungen für eine fundierte Kritik" an der
Gegenwart und für "ein Denken in Alternativen". Schließlich gehöre es zur
Freiheit "die Folgen des eigenen Handelns auch selbst zu verantworten".