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St. Georgius

Heiden

 
Borkener Zeitung, 12. April 2003

"Charly" Ebber hoch zu Ross: Ergehört zum Schützenfest wie die grün-weißen Fahnen. Foto: Hermann Rohring

Ebber steigt vom Ross

Kommandowechsel bei den Schützen

 
von Patrick Voßkamp
 

Heiden. Leutnant, Major, Oberst und Schützenkönig - Karl Ebber hat im Allgemeinen Bürgerschützenverein St. Georgius Heiden viele Posten bekleidet. Hoch zu Ross prägte er das Bild auf unzähligen Umzügen durch das Dorf. Doch nach fast 30-jähriger Zugehörigkeit zum Offizierskorps ist in diesem Jahr Schluss.
"Man muss aufhören, wenn das Offizierskorps top in Schuss ist", berichtet der Oberst. Entscheidend sei auch sein Alter. "Besser man geht jetzt in Ehren, als wenn man später gedrängt wird", so Ebber (Jahrgang 1941), der künftig ohne Schulterklappen, Säbel und weiße Hosen zu sehen sein wird.
Seit 1971 ist Karl - "Charly" - Ebber Offizier im Schützenverein. "Meine Motivation war, die Tradition aufrecht zu erhalten", erinnert sich der kaufmännische Angestellte an seine Beweggründe, in die Uniform zu steigen. Die füllte er so gut aus, dass er seit 1996 als Oberst in der ersten Reihe steht und die Kommandos gibt. Auch wenn er dabei gelassen wirke, sei er immer nervös, berichtet seine Frau Anne. Doch hat der bis zur heutigen Schützenversammlung amtierende Oberst ein erprobtes Rezept: zwei Wacholder. Ob die im Spiel waren, als er am Schützenfestmontag vor dem Rathaus Pastor Köster mit "Ich heiße Pastor Busche herzlich willkommen", begrüßte, ist nicht bekannt.
Dass Charly Ebber 1959 in den Schützenverein eintrat, war für den "Kirmeskerl" keine Frage. "Als Heidener gehört man zum größten Fest dazu." Ebber war nicht nur dabei, sondern mittendrin. Etwa 1963 als Ehrenkönig von Norbert Oenning, und schließlich 1973 als Schützenkönig. Diesem Jahr verdankt er auch den nach ihm benannten Marsch "King Charles Marsch". "Den hat die Musikkapelle damals neu eingeführt", erinnert sich der gelernte Kfz-Mechaniker auch an den Festausschuss, der während des Umzuges Marschwalzer auf die Melodie getanzt habe.
Der schönste Moment während des Schützenfestes "ist der Samstag, kurz bevor es anfängt. Und das Kommando 'Bataillon Stillgestanden' bei der Parade."
Oberst reicht die Schulterklappen weiter. Foto:pv Dass es bereits einige Tage zuvor kribbelt, weiß seine Ehefrau zu berichten. "Drei Tage vor dem Fest liegt hier alles herum, werden der Säbel geputzt und die Schulterklappen auf Hochglanz gebracht", erzählt die "Frau Oberin". Sie griff ihrem Mann während der Kirmestage unter die Arme, machte Salate, wenn Offiziere und Frauen am "Dullen Dienstag" zum Grillen in den Garten kamen.
Was er seinem Nachfolger rät? "Das Motto Ordnung, Eintracht, Frohsinn muss an der Bataillonsspitze gelebt werden." Als vierte Tugend käme bei den Offizieren Pünktlichkeit hinzu. Dass er noch einmal auf den Vogel hält, ist für Ebber ausgeschlossen. Als Mitglied des Festausschusses ist er auch in diesem Jahr nicht in Zivil unterwegs. Später will er als "linker Flügelmann" in der ersten Kompanie marschieren.

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