Borkener Zeitung, 13. August 2005
Schützenkönig Armin Freiberger erinnert sich: "Das war wie in einem Film"
Heiden(geg). Die "Audienz" beim König beginnt vielversprechend. Gerade radeln
zwei Jugendliche vorbei und rufen "Armin Freiberger hohohoho". Darauf
angesprochen, kommentiert König Armin locker: "Das ist normal". Besonders
in dieser Zeit, in denen Schützen Tage, Stunden und Minuten bis zum Fest
zählen, erinnert man sich seiner intensiver.
In Gaststätten werde Gesang angestimmt, sobald er hereinkomme, schildert er lachend. Sein Vater habe bei Schützenfesten auch stets mit geschossen, aber nie ernsthaft die Königswürde angestrebt.
So trat der heute 38Jährige Kraftfahrzeugmechaniker bei seinem Umzug nach Heiden im Jahr 1994 auch direkt in den Schützenverein ein. 1996 wurde es dann zum ersten Mal ernst. Aus einer Bierlaune heraus entschloss sich Armin Freiberger, am Schützenfestmontag etwas genauer zu zielen und trat schließlich in den letzten Minuten mit Günther Bruns in Konkurrenz. Dabei hatte er allerdings das Nachsehen und durfte "nur" als Ehrenkönig fungieren. 2003 reifte dann sein Entschluss, den seine Frau Netti voll unterstützte, im Jahr 2004 Schützenkönig zu werden. Er bereitete sich gut vor, besorgte sich das notwendige Outfit und stellte im Vorfeld für den Fall der Fälle seinen Thron samt Gästeliste zusammen.
Nach dem alles entscheidenden Schuss rieb sich Freiberger erst die Augen und schaute zweimal zur Stange, ob der Vogel auch wirklich gefallen war. Die Gratulationen, der erste Walzer mit seiner Königin Stefanie Linkohr am Rondell und die anschließende Besprechung mit Vorstand und Adjudanten ließ er quasi nur so über sich ergehen. "Das war wie in einem Film", erinnert er sich.
Richtig zu sich sei er erst wieder gekommen, als er in der Kutsche saß und durchs Dorf zog. Da versprach der frisch gebackene Regent dann: "Wir brechen heute Abend die Bude ab".
Das wäre ihm auch fast gelungen. Denn als die Musiker am frühen Morgen zum wiederholten Male für ein Ständchen auf den Thron marschierten, präsentierten sich alle Anwesenden dort wohl doch ein wenig zu ausgelassen. Durch die Springerei haben der Boden zu wackeln begonnen, so dass das Feiern auf die Etage tiefer habe verlegt werden müssen.
Freiberger selbst staunt, wie schnell das Jahr vergangen ist: "Es ist
schade, dass ich die Kette jetzt schon weitergeben muss." Er sieht es mit
einem lachenden und einem weinenden Auge. Schließlich habe er das Ziel
erreicht:
"Einmal im Leben auf dem Thron ganz oben zu stehen".
Theoretisch könne er in 25 Jahren noch einmal den Vogel abschießen, aber "das war für mich eine einmalige Sache."
Heute kündigen um 18 Uhr Böllerschüsse das Fest des Allgemeinen Bürgerschützenvereins St. Georgius an. Am Samstag und Sonntag stehen noch einmal das Königspaar Armin Freiberger und Stefanie Linkohr mit dem Ehrenkönigspaar Norbert Pöppelmann und Martina Meissner im Mittelpunkt. Beim Vogelschießen am Montag zeigt sich dann, wer die Regentschaft 2005 erringt.