
Heiden in den 30er Jahren

Heiden in den 50er Jahren
Im folgenden Abriss der Vereinsgeschichte seit der offiziellen Gründung im Jahre 1925 geht die Darstellung der Zeit bis 1963 teilweise auf die Festschrift zum 350jährigen Jubiläum im Jahre 1963 zurück. Diese unter Federführung des damaligen Vereinspräsidenten Franz Knuf entstandenen Passagen wurden ohne besondere Kennzeichnung in den Text integriert. Wie schon im vorherigen Kapitel erwähnt, existierten ein Junggesellenschützenverein und ein Allgemeiner Schützenverein, die in größeren, unregelmäßigen Abständen ihre Schützenfeste feierten, wobei die Junggesellen häufiger - fast jährlich - ihr Fest begingen.
Regelrechte Statuen (Satzungen) kannte der Verein noch nicht, nach alter Tradition und Überlieferung wurden die Feste gefeiert. Im Jahre 1925 aber setzten sich einige Männer zusammen und arbeiteten Statuen für den Verein aus. Den größten Anteil daran hat ohne Zweifel der damalige 1. Schriftführer Clemens Langenhoff. War wie schon erwähnt, das Feiern meist die Sache der Junggesellen gewesen, so gewann doch allmählich die Vorstellung von einem einzigen Schützenverein Anhänger. Ein Beratungsausschuss und auch ein vorläufiger Vorstand wurden gebildet. In der ersten Hauptversammlung am 6. Juni 1925 konnte aber mit den Junggesellen noch keine Einigung erzielt werden. Sie lehnten hartnäckig die ausgearbeiteten Statuten ab. Eigentlich ganz gut zu verstehen, da sie dadurch in ihrer bisherigen Freiheit beschnitten wurden. In der Versammlung vom 11. Juni 1925 aber wurden die Satzungen in einer ersten Abstimmung gegen die Stimmen der Junggesellen angenommen. Weitere Besprechungen mit den Junggesellen brachten es dann fertig, auch sie von der Wichtigkeit der Satzungen zu überzeugen. Einige Paragraphen wurden zwar noch abgeändert, aber es kam schließlich zu einer einstimmigen Annahme.
In dieser entscheidenden Versammlung wurde auch folgender Vorstand
einstimmig gewählt:
Ferdinand Voth 1. Vorsitzender, Wilhelm Heisterwerth 2. Vorsitzender,
Clemens Langenhoff 1. Schriftführer, Johann Becker 2. Schriftführer,
Hermann Boldering 1. Kassierer, Bernhard Tekülve 2. Kassierer.
Es war sozusagen der erste regelrechte Vorstand des Vereins. In der gleichen Versammlung wurde beschlossen, den Verein beim Amtsgericht in Borken eintragen zu lassen. Diese Eintragung erfolgte am 18. September 1925 unter der Nr. 13 als Allgemeiner Bürgerschützenverein "St. Georgius" Heiden.

Ferdinand Voth
Präsident von 1925 bis 1927
Die Gründung des Vereins, die die Verschmelzung des Junggesellenschützenvereins und des Allgemeinen Schützenvereins zum Ziel hatte, lief nicht ohne Probleme ab. Dies wird auch ersichtlich aus nachfolgender Niederschrift vom 25.5.1925 aus dem Protokollbuch der Junggesellen-Schützen:

Auszug aus einem Protokoll des Jahres 1925
Im Jahre 1926 feierten die Junggesellen. 1927 aber wollten die "Alten" ihren Willen durchsetzen und ein allgemeines Bürgerschützenfest feiern. In der Pfingstversammlung (6.Juni 1927) gibt es dann "Krach". Es wird beschlossen, allgemein zu feiern. Die Junggesellen verlassen aus Protest den Versammlungsraum und beschließen am Sonntag darauf : "Wir nehmen an dem Fest 1927 nicht teil!" Vorstand, Festausschuss und Offiziere erwägen schon, unter diesen Umständen überhaupt kein Schützenfest zu feiern, zumal es mit der Zeltverdingung in diesem Jahre nicht klappen will. Ende Juli schließlich übernimmt Langela das Zelt, nachdem ihm ein Umsatz von 20 hl Bier garantiert wird. Bei der Vorübung auf Meiricks Hof, der schon immer dem Verein für seine Vorübung zur Verfügung gestellt wurde, ist kein Junggeselle dabei. Am Schützenfest aber ist alt und jung wieder harmonisch vereint.

Präsident Ferdinand Voth und Schriftführer Clemens Langenhoff in jungen
Jahren
Nicht zuletzt aufgrund der aufgetretenen Schwierigkeiten legt in einer außerordentlichen Generalversammlung am 11.9.1927 der gesamte Vorstand sein Amt nieder und macht deutlich, dass er für eine Wiederwahl nicht zur Verfügung steht.
In dieser Versammlung wird als neuer Präsident Johann Wiesmann gewählt. Ihm zur Seite stehen:
Gerhard van Kampen, Stellvertreter, Alois Wischerhoff, 1.Schriftführer, Heinrich Roring, 2. Schriftführer, Heinrich Brokamp, 2. Kassierer.
Um in Zukunft ähnlichen Schwierigkeiten vorzubeugen, beschloss man, im jährlichen Wechsel ein Junggesellen- und ein allgemeines Bürgerschützenfest zu feiern. Diese Abmachung wurde auch bis zum Jahre 1937 eingehalten.
Im Jahre 1929 erhielt der Verein eine neue Fahne, die vom damaligen Bürgermeister Hidding übergeben wurde. Als auswärtige Vereine waren Borken, Groß-Reken und die Nachbarvereine Leblich und Nordick erschienen.

Majestäten im Jahre 1930 Paul Galle und Agnes Klinkenbusch beim
Vorbeimarsch
Quelle:
Tradition und Gemeinschaft, 375 Jahre Schützenwesen in Heiden
Allgemeiner
Bürgerschützenverein "St. Georgius" e.V. Heiden/Westfalen 1988