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St. Georgius

Heiden

 

Präs. Kremer

Eine nicht unwesentliche Entscheidung des Vereins fiel im Vorfeld des 355. Geburtstages. Eine bereits längere Jahre diskutierte neue Satzung stand bei der Generalversammlung vom 6. April 1968 zur Diskussion und zur Beschlussfassung an. Die Satzung wurde einstimmig angenommen und hat bis heute unverändert Gültigkeit. In der gleichen Versammlung endete die Präsidentenära von Franz Knuf. Da er nicht mehr zur Kandidatur bereit war, musste ein Nachfolger gewählt werden. Der bisherige erste Kassierer des Vereins, Karl-August Kremer, wurde zum Präsidenten gewählt.

Den 355. Geburtstag des Vereins feierten die Schützen im Jahre 1968. Das Folgejahr bringt einige organisatorische Veränderungen mit sich. Die Festgestaltung am Sonntag sollte grundsätzlich überdacht werden. In diesem Jahr fällt erstmals der Umzug am Sonntagmorgen aus. Stattdessen wird ein Frühkonzert im Festzelt gegeben. Die Ansprache des Majors wird auf den Sonntagnachmittag verlegt. Diese Entscheidung kam in den Folgejahren so gut an, dass sie bis in die heutige Zeit unverändert beibehalten wurde.

Im Jahre 1970 wurden - aus heutiger Sicht zum Leidwesen vieler Schützen - aufgrund eines Generalversammlungsbeschlusses die einige Jahre vorher angeschafften Kutschen des Vereins veräußert. Grund hierfür waren die hohen Instandhaltungskosten sowie die Unterbringungsschwierigkeiten während des Jahres.


Karl-August Kremer, Präsident von 1968 bis 1984, mit Vorstandskollegen und Festausschuss

In diesem Jahre konnte erstmals der lange Zeit benutzte Festplatz auf dem Gelände des Gasthofs Ebbing nicht mehr benutzt werden. An der Stelle, an der das damalige Zelt aufgebaut wurde, sollte das heutige Rathaus entstehen. Als eine Art Zwischenlösung bot sich dem Verein die Nutzung eines Feldes am Hofe Temminghoff an der Borkener Straße an (Jetziges Wohngebiet Schubertstraße). Leider spielte in dem Jahr der Wettergott nicht mit, so dass es zu katastrophalen Zuständen vor dem Festzelt kam. Aufgrund dieser Erfahrung befasste sich die Generalversammlung im Jahre 1971 in Punkt 1 der Tagesordnung mit der Platzfrage. Die Gemeinde hatte zugesagt, einen entsprechenden Platz, auf dem langfristig das Festgeschehen ablaufen könne, bereitzustellen. Der Verein wurde seitens der Gemeinde aufgefordert, an der Herrichtung des Platzes und der technischen Einrichtungen mitzuhelfen. Es wurde beschlossen, einen Betrag von DM 10.000, der später als Pachtvorauszahlung definiert wurde, zur Verfügung zu stellen. Dieser Platz steht auch heute noch dem Verein zur Verfügung und ist aufgrund seiner Einbindung in das Freizeitgelände immer attraktiver geworden.


Ein Josef kam, ein Josef ging


Königspaar, Throngefolge und Offizielle beim Defilee des Schützenbataillons


Proklamation mit einer strahlenden Königin 1970 im Festzelt

Nicht zuletzt wegen seiner bereits geleisteten guten Arbeit wurde Karl-August Kremer im Jahre 1972 erneut zum Präsidenten gewählt. In den Folgejahren konnte der Verein eine Reihe von Verbesserungen vornehmen. So beschloss man z. B., im Jahre 1974 erstmals Biermarken anlässlich des Vorübens und der Nachfeier auszugeben, um damit die Teilnahme der Schützen an diesen Veranstaltungen zu erhöhen. Um den Finanzspielraum des Vereins zu erhöhen, führte man im Jahre 1975 eine Beitragserhöhung um DM 3,- auf DM 10,- durch. Aufgrund der Veränderungen im kirchlichen Bereich wurde es möglich, mit der neu eingeführten Vorabendmesse das Schützenfest zu beginnen. Damit war zusätzliche Zeit für ein ausgedehntes Frühschoppenkonzert am Sonntagmorgen gewonnen. Um die Bereitschaft der Schützen zu erhöhen, in dem offiziellen Gremium " Festausschuss " mitzuwirken, beschloss man, dass der Verein sich an den Kosten des Festausschusses beteiligt. In den Folgejahren förderte der Verein durch Spenden die Aktivitäten verschiedener Vereine und Institutionen, so wurden z. B. im Jahre 1975 DM 1.000 für die Tagesstätte für Behinderte in Westenborken, danach Spenden für den Instrumentalkreis Heiden, den Spielmannszug Heiden, die Musikkapelle Heiden, die Katholische Kirchengemeinde Heiden zur Verfügung gestellt.


Festausschuss beim Umzug 1970


Hauptmann Walter Henkelmann und Leutnant Uli Küper führten
1970 die 1. Kompanie an


Bürgermeister Böckenberg, Pastor Busche, stellv. Gemeindedirektor
Lütkebohmert und Präsident K.A. Kremer beim Vorbeimarsch auf
dem Rathausplatz


Veteranenkompanie Anfang der 80er Jahre


Präsident und Vize beim Gedankenaustausch

Eine weitere Bereicherung für den Festzug sowie zur Umrahmung der Majestäten war die Entscheidung, das Ehrenkönigspaar nicht nur im ersten, sondern auch im Folgejahr an den Umzügen und den Feierlichkeiten teilnehmen zu lassen. Dies geschah erstmals im Jahre 1979. Zu dieser Zeit erhielt der Verein dank der Schaffensfreude des Vogelbauers Anton Berger einen schmucken "Repräsentationsvogel". Dieser ist in den Räumen der Volksbank "hinter Gittern" (aber nicht im Käfig) untergebracht.

Ende der 70er Jahre erhielt der Verein eine stattliche Seniorenmannschaft. Durch die Zunahme der Zahl der über 60jährigen Schützen formierte sich eine eigene Seniorenkompanie, die bis heute an den Umzügen teilnimmt und auch im Laufe des Jahres zahlreiche Aktivitäten wahrnimmt.

Jährlich kamen neue Entscheidungen für die Steigerung der Attraktivität des Vereins, des Schützenfestes sowie der Gemeinde hinzu. Neben einer Ausschmückung des Ortskerns mit grünweißen Wimpelketten wurden etliche Investitionen getätigt, um das Schützenfest anziehender zu gestalten, so wurde z. B. eine wesentlich bessere Ausschmückung des Festzeltes veranlasst. Aufgrund der guten Zusammenarbeit zwischen der Gemeindeverwaltung und dem Vorstand des Vereins gelang es, viele dieser Dinge in Kooperation durchzuführen. Hieraus resultierte auch die Neugestaltung des Ehrenmals. Für die Finanzierung der Baumaßnahmen am Ehrenmal führte der Verein eine Spendensammlung und eine Verlosungsaktion durch. Die Spendensammlung erbrachte Sach- und Geldspenden der Heidener Geschäftswelt und der Bevölkerung. Aufgrund dieser Aktionen konnte der Verein dem Bauherrn des Ehrenmals, der Gemeinde Heiden, im Jahre 1980 einen Betrag von ca. DM 30.000 zur Verfügung stellen.


Das im Jahre 1980 neu gestaltete Ehrenmal


Ein jahrelanger guter Partner des
Vereins: Festwirt Alois Willing

Auch die nicht zufrieden stellende sanitäre Situation im Elschat wurde durch den gemeinsamen Bau einer sanitären Anlage beseitigt. In diesem Zusammenhang sind besonders die Aktivitäten der Senioren hervorzuheben, die das von der Gemeinde zur Verfügung gestellte Material verwendeten, um ein entsprechendes Gebäude im Elschat zu errichten. Der Nachwelt zur Erinnerung wurde bei der Grundsteinlegung im Mauerwerk des Gebäudes eine versiegelte Kassette mit einer entsprechenden Urkunde eingemauert.

Präsident Karl-August Kremer legte im Jahre 1984 nach 16jähriger Präsidentenzeit sein Amt nieder. Er war insgesamt 25 Jahre für den Verein im Vorstand tätig gewesen und hatte in den langen Jahren seiner Amtszeit unermüdlich für das Gedeihen des Vereins gearbeitet. Als sein Nachfolger wurde in der Generalversammlung 1984 Franz Nienhoff gewählt. In Würdigung der großen Verdienste von Karl-August Kremer überreichte ihm der neue Präsident ein von ihm und seinen Vorstandskollegen zusammengestelltes Fotoalbum zur jüngeren Vereinsgeschichte als Ausdruck des Dankes und der Verbundenheit.

Quelle: Tradition und Gemeinschaft, 375 Jahre Schützenwesen in Heiden
Allgemeiner Bürgerschützenverein "St. Georgius" e.V. Heiden/Westfalen 1988

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